
Frau Helga
Freitag, 23. November 2007Helga Baumgarten, Professorin für Politikwissenschaften an der Bir Zeit-Universität, die die Hamas beständig als harmlose Pfadfindergruppe und unproblematische politische Partei wie jede andere auch ausgibt.
Frau Helga beschreibt mit Vorliebe die Vorteile und guten Taten der Hamas. Oder geißelt den Westen dafür, dass er die Hamas nur aus vorurteilsbesetzter Haltung und mit projizierten Ängsten betrachtet.
Dass weder SPD noch CDU oder sonstige Parteien im Westen einen „bewaffneten Arm“ haben, stört die Dame bei diesen Lobhudeleien nicht. Dass die Programme von demokratischen Parteien keine Vernichtungsaufrufe enthalten, spielt bei ihr keine Rolle. Fortschritte spielen sich bei ihr in Dimensionen ab, wie der, dass „politische Gegner“ (Fatah-Angehörige) nur noch aus dem 15. statt aus dem 30. Stock in die Tiefe gestürzt werden.
Dumm nur, wenn sie Auslassungen tätigt wie diese: „Die Hamas hat in ihrem Wahlprogramm ganz klar gesagt, dass es ihr Ziel ist, einen palästinensischen Staat in Ostjerusalem, im Westjordanland und im Gazastreifen zu errichten.“ Tja, da wäre die Kleinigkeit zu ergänzen, dass auch Galiläa, die Scharon-Ebene, der Negev usw. ebenfalls dafür „befreit“ werden müssen, dass dieser Staat errichtet werden kann.
Gleichermaßen gibt Frau Helga an, dass „die Besatzung nach 40 Jahren endlich schrittweise abgebaut werden muss“ – womit sie vor allem meint, dass „die Siedlungen“ geschleift werden müssen. Nur hat der Elfenbeinturm in Bir Zeit anscheinend die Information nicht durchkommen lassen, dass Israel genau das seit geraumer Zeit macht. Sie scheint nicht mitbekommen zu haben, dass Israel sich aus dem Sinai genauso zurückzog wie aus dem Gazastreifen und dem Norden der „Westbank“; sie scheint nicht mitbekommen zu haben, dass es seit 1993/94 die palästinensische Autonomiebehörde gibt.
Und so schwafelt Frau Helga weiter von den großartigen Hamas-Leuten, die doch nur ein bisschen Eigenständigkeit und keine Belästigung durch die Juden mehr wollen. Herzlichen Glückwunsch in den Turm des wissenschaftlichen Schwachsinns!
Wer übrigens auf die Idee kommt, Frau Helgas Schwärmerei für die Hamas könnte daher stammen, dass die Universität, an der sie lehrt, eine Hamas-Hochburg ist, der sei getröstet: Sie steht nicht unter Druck, sie glaubt offensichtlich, was sie so von sich gibt. Sie ist Überzeugungstäterin. Deshalb kann sie auch überhaupt nicht verstehen, dass es in Bir Zeit derzeit nur einen einzigen deutschen Studenten gibt. Das einzig Störende sind diese lästigen israelischen Checkpoints. Die haben ja nun gar keine Existenzberechtigung!

