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Islamismus

Freitag, 23. November 2007

Der Counterterrorism-Blog fasst die Definition des Islamismus so zusammen:

Islamismus ist eine politische Ideologie, die sich auf eine theokratische Version des Islam und das islamische Gesetz als Grundlager aller Aspekte des Lebens, der Regierung und der Gesellschaft gründet. Er ist eine „antidemokratische Bewegung“ und eine weitere der antifreiheitlichen Ideologien, der sich die westliche Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert gegenüber sah. Weniger eine „nationalistische“ Bewegung, will der Islamismus die „Wiederherstellung des Kalifats“ erreichen. Der Islamismus ist eine internationalistische politische Ideologie. Er hat zahlreiche Zweige, wie der Islam selbst zahlreiche Zweige hat; in diesem Fall gibt es Zweige der islamistischen politischen Ideologie, die Gruppen einschließt, die auf dem Wahabismus und dem Salafismus (sunnitisch) gründen, auf dem Deobandismus (sunnitisch), der Philosophie der Muslimbruderschaft (sunnitisch) und auf dem Khomeinismus (schiitisch).

Die Mittel, seine Ziele zu erreichen, lassen sich in erster Linie in zwei Kategorien einteilen: den gewalttätigen, kriegerischen, terroristischen Jihad und den nicht gewalttätigen Jihad. Letzterer wird am besten durch den „gesetzeskonformen Islamismus“ beschrieben, einen Begriff, den Daniel Pipes eingeführt hat. Diese beiden Zweige unterscheiden sich in den Mitteln, nicht im Ziel. Der erste Link zeigt sogar, dass der terroristische Jihad für die „gesetzeskonformen“ Jihadisten hinderlich sein können. Trotzdem ist diese Form des nicht terroristischen Jihad nicht weniger gefährlich für unsere Gesellschaft als die Terroristen – sie unterwandern das System, betreiben einen „Marsch durch die Instanzen“, stellen Forderungen nach Privilegierung der Muslime, die mit menschenrechtlichen Grundprinzipien verklausuliert werden (und diese missbrauchen); und gelegentlich erpressen sie die Gesellschaften, in denen sie leben, indem sie drohen die Gewalttäter nicht zurückhalten zu können. All das läuft subtiler und im Rahmen des Gesetzes ab, ähnlich wie totalitäre Ideologien und Ideologen in der Vergangenheit auch Staaten und Gesellschaften unterwanderten, um sie zu stürzen und eine brutale Diktatur zu errichten. Allerdings haben dieses Vorgehen und die Unterstützung der extremistischen Anstregungen durch der Eliten der bedrohten Gesellschaften ein nie da gewesenes Ausmaß angenommen.

Kennzeichnend für den politischen, „gesetzeskonformen“ Islamismus ist auch, dass jegliche Kritik am extremen Islam als Angriff auf den Islam und die Muslime als Ganzes dargestellt und vehement beschimpft wird. Mit diesen Ansichten können sich diese Islamisten erstaunlicherweise weit gehend durchsetzen. In der Regel sind sie es, die die Diskussion und die Darstellung des Islam im Westen bestimmen. Moderate Muslime, solche, die die extremistischen Ziele nicht teilen, verhalten sich weit gehend still – vor allem aus Angst vor Repressalien durch die Islamisten, auch und gerade die „gesetzeskonformen“, die ihren Druck und ihre Drohungen „stiller“ und subtiler verbreiten.

 

Eine ausführliche und sehr lesenswerte Beschreibung von Islamismus und der Unterscheidung der Praktizierenden von Islam und Islamismus (ob sie nun mitgetragen wird oder nicht) ist auch auf der Gegenstimme zu lesen.

 

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