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Islamo-Faschismus

Freitag, 23. November 2007

Christopher Hitchens schreibt:

Der Begriff „Islamofaschismus“ wurde erstmals vom schottischen Autor Malise Ruthven in den 1990-er Jahren in der britischen Zeitung Independent benutzt; er schrieb über die Art, in der traditionelle arabische Diktaturen religiöse Reize nutzen, um an der Macht zu bleiben. Ich wusste davon nichts, als ich den Begriff „Faschismus mit islamischem Gesicht“ anwandte, um die Anschläge vom 11. September 2001 auf die Zivilgesellschaft zu beschreiben und diejenigen lächerlich zu machen, die die Anschläge als eine Art Befreiungstheologie in Aktion darstellten. „Faschismus mit islamischem Gesicht“ soll ein zweifaches Echo auf Alexander Dubcek und Susan Sontag auszurufen (wenn ich das so sagen darf) und kann jedenfalls nicht für alltägliche polemische Zwecke benutzt werden; also bleibt die Frage: Kann Bin Ladenismus oder Salafismus oder wie immer wir es nennen wollen, irgendetwas mit dem Faschismus gemein haben?

Ich denke: ja. Die offensichtlichsten Vergleichspunkte wären diese: Beide Bewegungen gründen auf einem Kult mörderischer Gewalt, der Tod und Zerstörung verherrlicht und das Leben des Gemüts verachtet. („Tod den Intellektuellen! Lang lebe der Tod!“, wie General Francisco Francos Spezi Gonzalo Queipo de Llano es so kernig formulierte.) Beide sind der Moderne gegenüber feindlich (außer in Bezug auf Waffen) und beide sind voll bitterer Nostalgie für Reiche der Vergangenheit und verlorene Glorie. Beide sind besessen von realen und eingebildeten „Erniedrigungen“ und dürsten nach Rache. Beide sind chronisch infiziert mit dem Gift der antijüdischen Paranoia (interessanterweise auch mit ihrem sanfteren Cousin, der Antifreimaurer-Paranoia). Beide streben nach Führung der Welt und der exklusiven Betonung der Macht eines einzelnen, großen Blocks. Beide haben eine starke Verpflichtung zu sexueller Repression – besonders der Repression jeglicher sexueller „Abweichung“ – und … der Unterordnung der Frau und Verachtung des Weiblichen. Beide verachten Kunst und Literatur als Symptome der Degeneration und Dekadenz; beide verbrennen Bücher und zerstören Museen und Schätze.

Faschismus (und Nationalsozialismus) versuchten außerdem den damaligen Erfolgen der sozialistischen Bewegung gegenzusteuern, indem pseudo-sozialistische und populistische Anreize ausgegeben wurden. Es ist in letzter Zeit sehr interessant gewesen zu beobachten, wie al-Qaida bemüht ist die Propaganda der Antiglobalisten und der Grünen-Bewegung nachmacht und wiederverwendet.

Natürlich sieht auch Hitchens keine perfekte Kongruenz:

Historisch legte der Faschismus große Betonung auf die Glorifizierung des Nationalstaats und der Körperschafts-Struktur. Es gibt in der muslimischen Welt davon nicht viel, wo die Bedingungen oft dem Feudalismus sehr viel näher kommen als dem Kapitalismus. Aber bin Ladens eigenes Firmen-Konglomerate ist – unter anderem – eine multinationale Schurkenfirma mit einigen Verbindungen zum Finanzkapital. Was den Nationalstaat angeht, so verlangt al-Qaida, dass Staaten wie der Irak und Saudi-Arabien aufgelöst und in eine großes, wieder belebtes Kalifat eingebracht werden – aber erinnert das nicht in einigen Punkten an das wahnsinnige Schema „Großdeutschlands“ oder Mussolinis Fantasie des wiederbelebten römischen Reiches?

Technisch predigt keine Form des Islam die rassische Überlegenheit oder behauptet eine Herrenrasse. Aber in der Praxis betreiben islamische Fanatiker ein faschistisches Konzept des „Reinen“ und des „Exklusiven“ über dem Unreinen und dem Kuffar oder dem Weltlichen. In der Propaganda gegen Hinduismus und Indien z.B. ist etwas sehr Bigottes sichtbar. In der Haltung zu Juden ist klar, dass über eine minderwertige Rasse gesprochen wird (was der Grund ist, dass viele muslimische Extremisten wie der Großmufti von Jerusalem an Hitlers Seite gezogen wurden). Bei der versuchten Vernichtung der Hazara in Afghanistan, die ethnisch persisch sowie religiös schiitisch sind, gab es auch einen starken Anklang von „Säuberung“. Und natürlich hat bin Laden den UN-Friedensschützern gedroht, sollten die es wagen den rassistisch-mörderischen Feldzug gegen afrikanische Muslime zu stören, der von seinen streng gläubigen sudanesischen Freunden in Darfur geführt wird.

Das macht es für mich erlaubbar, beide Phänomene in einem Atemzug zu nennen und anzudeuten, dass sie vergleichbare Bedrohungen der Zivilisation und der zivilisierten Werte bilden. Es gibt einen letzten Vergleich, der in gewisser Art ermutigend ist. Diese beiden totalitären Denksysteme leiden offenbar unter Todessehnsucht. Es ist sicher kein Zufall, dass beide selbstmörderische Taktiken und ein Ende als Opfer so betonen, wie auch beide offensichtlich lieber jeweils die Vernichtung ihrer eigenen Gesellschaft erleben wollen, als irgendeinen Kompromiss mit Ungläubigen oder irgendeine Abschwächung der Freuden der absoluten doktrinalen Orthodoxie. Daher können wir, obzwar wir die Pflicht haben dieser und jeder ähnlichen totalitären Bewegung Widerstand zu leisten und sie zu vernichten, auch recht sicher sein, dass sie genauso an der Herbeiführung ihrer Vernichtung einen unbewussten Anteil haben wird.

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One comment

  1. „Islam ist ein organisiertes Verbrechen gegen die Menschlichkeit!“
    Dr. Younus Shaikh, Rationalist & Aufklärer)



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