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Pinguin

Freitag, 23. November 2007

Eigentlich ein flugunfähiger Schwimm- und Tauchvogel der südlichen Hemisphäre.
Zeitweise auch eher positiv als Bezeichnung für Nonnen in weiter fliegender Ordenstracht gebräuchlich gewesen.

Seit einem Gespräch von Ralph Giordano beim Kölner Stadt-Anzeiger im Mai 2007 bezeichnet der Begriff „Pinguin“ auch – gewollt negativ gemeint – „von oben bis unten verhüllte Frauen“. Giordano spezifizierte, dass dieser Vergleich („menschlicher Pinguin“) eine in eine Burqa gehüllte Muslima bezeichnete, die er auf dem Weg zum Kölner Stadt-Anzeiger gesehen hatte. Für ihn ist das eine ästhetische Beleidigung.

Giordano stellte klar: Die Bezeichnung ‘menschlicher Pinguin’ richtet sich nicht gegen die betroffene Frau, sondern gegen die religiösen Führer und Vorschriften, die dieser Frau befehlen sich so unförmig zu vermummen. Er stellt es klar als ästhetisches und gesellschaftliches Problem dar, dass es Frauen gibt, die meinen so herumlaufen zu müssen oder dazu gezwungen sind.

Kritik kann man an Giordano insofern üben, als ein Pinguin nicht derartig verhüllt ist, sondern einen vornehmen Frack „trägt“, was ihn elegant aussehen lässt, während seine Fortbewegung an Land eher unbeholfen wirkt und Giordano zu seiner Wortwahl geführt haben könnte. Der Vergleich hinkt also mächtig, wird sich aber wohl in der Anti-PC-Szene weiter durchsetzen.

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