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Völkermord-Olympiade

Freitag, 23. November 2007

Die Olympischen Spiele sind eine heilige Kuh. Die sind – angeblich – völkerverbindend und – noch angeblicher – unpolitisch bzw. über der Politik stehend. Trotz der Erfahrungen nicht nur von 1936. Und so war ich schon bei der Verkündigung der Vergabe an China fuchsteufelswild – die Schlächter vom Tienanmen sollten die Olympischen Sommerspiele 2008 ausrichten dürfen. Man erhofft sich davon „die weitere Öffnung Chinas“.

Welch ein Schwachsinn! Kann man bei der Olympiade 1936 noch damit argumentieren, dass man sich nicht hatte vorstellen können, wie die Nazis sich selbst inszenierten und welche positiven Auswirkungen die Spiele für Nazi-Deutschland hatten, so gilt das nicht weiter. Und deshalb ist es einfach nicht gerechtfertigt einem Regime solche Propagandasiege auf dem Silbertablett zu servieren. Schon wegen des Verhaltens Chinas als Massenmord-Regime, Freiheits-Verweigerer und ökonomischer Gangster (Stichwort massenhafte Markenfälschung) würde es reichen, dass dieses Land einfach nicht Ausrichter der Spiele hätte sein dürfen.

Mia Farrow hat noch gröber zugeschlagen, als sie den Begriff der „Völkermord-Olympiade“ benutzte. Sie wirft Steven Spielberg im Wall Street Journal vom 28. März 2007 vor, dass er Gefahr laufe zur „Leni Riefenstahl der Spiele von Peking“ zu werden, weil er der Völkermord-Olmypiade in China als Berater für die künstlerische Gestaltung dient (in etwa so, wie Riefenstahl Hitlers Olympiade inszenierte). Sie begründet ihren Völkermord-Vorwurf in erster Linie mit der Rolle Chinas im Sudan, wo die Volksrepublik als Geldgeber, Investor, Waffenlieferant und Öl-Käufer auftritt, Unmengen Geld hinein steckt und in der UNO (zusammen mit den arabischen und anderen muslimischen Staaten) kräftig daran dreht, dass das Land wegen seiner Massenmorde in Darfur (und anderen Regionen) nicht zur Rechenschaft gezogen wird.

Auf ihrer eigenen Internetseite hat Farrow den Artikel mit The ‚Genocide Olympics’ überschrieben (so wird es wohl im Wall Street Journal auch gewesen sein). Olympische Völkermord-Spiele – und alle werden hinrennen und dann erzählen, wie toll es dort gewesen und welch ein hervorragender, herzlicher und angenehmer Gastgeber die Volksrepublik China ist. Und die Völker- und Massenmörder werden ihr Ansehen in der Welt gesteigert haben. Herzlichen Glückwunsch, IOC!

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