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(spontan) Trauernde / Trauer, spontane

Dienstag, 27. November 2007

Spontan Trauernde sind Gruppen von Menschen, die selbst Einwanderer oder deren Nachkommen sind und im Fall ihrer Erwähnung in den Medien normalerweise weder ihrer Herkunft noch ihrer Religion nach benannt werden, sondern als „Jugendliche“ durch den Blätter- und Bildschirmwald geistern.

Die spontane Trauer entsteht in der Regel aus zwei Anlässen: Entweder sorgen einer oder mehrere der Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe dafür, dass sie aus dem Leben ins Jenseits geraten. So wie damals in Paris die beiden, die sich im Trafohäuschen ihren finalen Stromstoß verschafften; oder auch so wie jetzt, ebenfalls in Paris, als zwei Typen auf einem gestohlenen, nicht zugelassenen Motorrad ohne Helme mit überhöhter Geschwindigkeit durch einen Vorort rasten und frontal in einen Streifenwagen knallten.

Die zweite Möglichkeit ist die, dass Mitglieder der Gruppe sich kriminell oder terroristisch betätigen oder in der Nähe sich so betätigender Mitglieder der Gruppe aufhalten und in Folge dieser Tätigkeit zu Schaden kommen – entweder durch gezielte, direkte Bekämpfung; durch in Folge dieser Tätigkeit entstehende Auseinandersetzungen; oder durch fehl schlagende Vorbereitung einer solchen Tätigkeit.

All diesen Opfern ist gemeinsam, dass sie sofort von einer unglaublich großen Menge Menschen betrauert werden – Menschen, die außer der gefühlten Gruppenzugehörigkeit oft nichts mit ihnen gemeinsam haben. Alle spontan Trauernden beteuern, dass die Toten gute Menschen waren, nie jemandem Leid angetan hätten, voll in die Gruppe integriert waren und – natürlich – niemals umgekommen wären, hätte die Polizei sie nicht ungerecht und kriminell behandelt bzw. wäre Militär nicht ungerechtfertigt gegen sie vorgegangen.

Die Trauernden brauchen auch keine räumliche Nähe oder persönliche Bekanntschaft zu den Opfern zu haben. Beim jüngsten Beispiel in den Pariser Vororten stehen Autos in sechs Gemeinden in Flammen („car-B-ques“), Geschäfte wurden geplündert und Polizisten in diesen sechs Vororten gejagt und zu Klump geprügelt; dazu wurden zwei Polizeireviere zerstört und die Polizei wird scharf beschossen. Auch zwei Schulen und eine Kindertagesstätte fielen den Trauernden zum Opfer – also Orte, die den „Jugendlichen“ dabei helfen können ihre Chancen zu bekommen. Sie vernichten, was zu ihrer Hilfe und Unterstützung da ist.

Die spontane Trauer lässt also die Trauernden vor lauter Verzweiflung Sachbeschädigungen anrichten, die in die Hunderttausende, oft gar in die Millionen angeht – an Sachwerten, die mit den kolportierten Verursachern noch weniger zu tun haben als die Trauernden mit den Betrauerten.

Zu beenden sind die Trauerfeierlichkeiten meist nur, indem man massiv durchgreift (böse, böse und teuer) oder sie sich totlaufen lässt – und kräftig Zugeständnisse an die Gruppe macht, ihr versichert, dass sie unterprivilegiert ist, ihr mehr Hilfen zukommen müssen und ihr mehr Respekt gezollt werden muss. Insgesamt muss ihr mehr Einfluss zukommen, sie muss mehr mitbestimmen dürfen. Und vor allem hat das auf jeden Fall ausschließlich mit der sozialen Benachteiligung und Diskriminierung zu tun, keinesfalls mit ihrem kulturellen Hintergrund oder ihrer Religion!

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