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Teddybär-Syndrom

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Victor Davis Hanson nahm die Aufregung um den Teddybär Mohammed im Sudan zum Anlass, ein ganzes Syndrom zu beschreiben und nach diesem Anlass muslimischer Hyperventilation zu benennen.

Das Teddybär-Syndrom findet seinen Ausdruck in der Empörung, die die „muslimische Straße“ demonstriert, wenn im Westen oder sonst irgendwo eine Beleidigung des Propheten oder des Islam gewittert wird. In dieser dünnhäutigen Empörung(smaschine) werden gerne und zahlreiche Todesdrohungen ausgestoßen. Die Empörten erwarten Entschuldigungen – nicht nur von den „Tätern“, die ja hingerichtet werden sollen – sondern auch von Unbeteiligten, wie den Regierungen der „Täter“.

Es macht auch keinen Unterschied, ob es die „Tat“ tatsächlich gab oder das – wie im Fall der die Toilette hinunter gespülten Korane in Guantánamo – erwiesenermaßen eine Ente war. Es gibt Tausende Kilometer vom „Tatort“ entfernt Tote.

Die zweite Manifestation des Syndroms findet sich im Westen. Auch hier gibt es muslimische Proteste oft wüsten Ausmaßes und bizarrer Forderungen. Sie sind Teil des ersten Ausdrucks und nur deshalb nicht so gewalttätig, weil das gerichtliche Folgen haben könnte. Diese zweite Manifestation findet sich in den Reaktionen moderater Muslime, oft im Westen, die gewöhnlich sagen werden, dass sie solchen Extremismus durch die Radikalen missbilligen. Sie behaupten, solche Intoleranz sei einfach nicht typisch für den Islam. Oder dass die peinliche Episode in übertriebener Weise von Leuten berichtet wird, die Vorurteile gegen Muslime hegen.

Allerdings erklären wenige – wenn überhaupt – warum es Muslime sind – nicht Hindus, Christen, Buddhisten oder Atheisten – die in den globalen Nachrichten damit drohen jemanden wegen eines Spielzeugs, einer Karikatur oder einer Oper zu töten.

Am Ende ebbt dieser Aufstand ab – aber nur, um irgendwo anders wegen eines neuen Grunds zur Klage wieder auszubrechen.

Die westliche Manifestation des Syndroms liegt in der Reaktion auf die Empörung. Statt die Aktionen der Empörten zu verurteilen, kommen meist Rechtfertigungen durch Westler. Um ein Wiederauftreten der Gewalttätigkeiten zu verhindern, arbeiten westliche Schriftsteller, Filmemacher, Lehrer und religiöse Leiter still und heimlich ihre Arbeiten um und schränken ihr Reden ein – aber nur, so weit es den Islam betrifft.

Muslimische Führer können sich in den Vatikan in Rom wagen, um sich mit dem Papst darüber zu unterhalten, dass es mehr interreligiöses Verständnis geben muss. Aber sollte der Papst oder ein anderer Geistlicher sich im Gegenzug nach Mekka trauen, sollte er vorher lieber zum Islam konvertieren.

Neue Moscheen und Übertritte zum Islam sind im Westen üblich. Aber Missionare nach Saudi-Arabien, in den Sudan oder nach Pakistan zu schicken oder dort eine neue Kirche bauen, heißt mit dem Tod zu flirten.

Auch Herablassung ist nötig. Für den Demonstranten, der ein Schwert schwingt und Enthauptung fordert, wird oft eine Entschuldigung gesucht. Der arme Kerl darf nicht gebildet sein, nur einfach grausam und gefährlich. „Uns tut dieses kleine Durcheinander leid“, ist die öffentliche westliche Antwort auf den Ruf „Ihr müsst sterben!“

Jahrzehnte des Multikulturalismus haben die Europäer und Westler einer Gehirnwäsche unterzogen, so dass sie glauben, die islamische Wut müsse in einem besonderen kulturellen Kontext gesehen werden – oder ist nur durch einen wirklichen Groll aus der Vergangenheit zu verstehen, der gewöhnlich so weit zurück liegt wie die Kreuzzüge.

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