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Sport-Jihad

Dienstag, 28. Juli 2009

Vor dem Iran haben sie alle Schiss am Golf. Und selbst die Staaten, die etwas weiter weg liegen, sind alles andere als gut auf die Terror-Mullahs zu sprechen. Mit Ausnahme der Syrer natürlich. Gelegentlich kommt recht giftige Anmerkungen über das Regime in Teheran; andere halten sich lieber kusch und sagen nichts, besonders im Libanon – man darf die Hisbollah nicht allzu sehr reizen, die könnte sonst mal wieder die Muskeln spielen lassen.

Aber bei einem Thema ist der Iran offenbar Vorbild und Vorreiter: im Sport. Und zwar da, wo – wie könnte es anders sein – sämtliche „Extremisten“, „Moderate“, „Antiwestliche“ und „mit dem Westen Verbündete“ zusammenhalten wie Pech und Schwefel, egal, welche Differenzen sie untereinander haben: wenn es gegen Israel geht. Hier haben die Mullahs die Vorreiter gespielt, als ihre Athleten mehrfach bei Olympischen Spielen in Kampfsportarten nicht gegen israelische Sportler antraten; plötzliche „Verletzungen“ oder „Übergewicht“ wurden als Gründe von den internationalen Sport-Funktionären als Gründe akzeptiert, auch wenn sich kurz darauf herausstellte, dass die entsprechenden „Sportler“ von ihren Verbänden Prämien für ihren „heldenhaften“ Widerstand gezahlt bekamen. Folgen hatten das offensichtliche Lügen und die rassistische Unsportlichkeit nicht, selbst nicht, nachdem im Iran offen Lob und Würdigung des übel unsportlichen Verhaltens offen zugestanden und gelobt wurde.

Ermutigt davon wagte es dann 2008 in Peking ein iranischer Schwimmer, sich gegen die Juden zu produzieren und ging nicht an den Start (er sei krank, hieß es), als ein israelischer Schwimmer im selben Vorlauf eingeteilt worden war. Im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen hatte der „Sportler“ allerdings auch keine Chance sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Aber dies war das erste (mir bekannte) Beispiel dafür, wo ein Boykott ohne direktes Zusammentreffen ausgeführt wurde, da der Israeli am anderen Ende der Bahnen schwimmen sollte. Doch warum in Wasser springen, das von einem Juden verseucht wird? Da fahre ich als guter Muslim und Staatsbürger lieber nach Hause und lasse mich als Widerständler feiern. Vor allem, wenn das IOC die Angaben zur Absage widerspruchslos akzeptiert. Und Präsident Peres sprach von den Olympischen Spielen als der am wenigsten rassistischen Veranstaltung der Welt. Das mag sein, aber wie lange noch?

Neben diesen direkt von iranischen Sportverbänden unterstützten Boykott-Fällen gibt es andere, bei denen die Mullah nicht direkt einwirken, weil sie nicht den direkten Zugriff auf den Sportler haben. Man erinnere sich an den iranischen Nationalspieler Vahid Haschemian, der normalerweise mit seinem Verein Bayern München 2004 zu Champions League-Spielen auflief. Nur, als der FC Bayern in Tel Aviv spielen musste, da war der Mann ganz plötzlich „verletzt“. Haschemian hatte kurz vorher noch verlauten lassen, er würde „natürlich“ mit nach Israel reisen. Und offenbar hatte es Druck aus Teheran gegeben; der dortige Zorn verflüchtigte sich schlagartig, als Haschemian „verletzt“ war.

Noch größere Umwege geht der iranische Boykott es im Fall Ashkan Dejagah. Der Mann war im Oktober 2007 deutscher U21-Nationalspieler und sagte eine Länderspielreise nach Israel nicht angetreten, weil er aus dem Iran stammt und seine Familie noch dort lebt. Er befürchtete Probleme für sie, hätte er in Israel gespielt.

Diese Fälle konnte man noch als Einzelfälle einstufen, die zwar eine Kontinuität aufzeigen, sich aber auf einen Terrorstaat beschränkt sind. Inzwischen hat sich das jedoch zu einer Seuche ausgeweitet, nicht zuletzt wohl deshalb, weil sämtliche Fälle für die jeweiligen Sportler wie auch für die iranischen Sportverbände und das dortige NOK völlig folgenlos blieben. Gerade zur Zeit sind „Boykotte“ und andere Aktivitäten en vogue, die dazu führen, dass israelische Sportler ihren Sport international oft eher begrenzt ausüben können – oder dass sie vor leeren Rängen spielen müssen.

Als „Auslöser“ für ein Beispiel darf der Gaza- oder Hanukka-Krieg vom Dezember/Januar dienen, als es vor und in der Halle zu Krawallen kam, als ein israelisches Basketball-Team zu einem Europapokal-Spiel in Ankara antreten sollte. Etwa 3.000 Zuschauer pöbelten gegen die israelischen Sportler, verbrannten vor der Halle eine israelische Flagge, bewarfen das Spielfeld mit Gegenständen (u.a. Flaschen) und drohten den israelischen Spielern, gingen sogar auf diese los. Diese verzogen sich in der Kabine und waren auch nach „Beruhigung“ der Zuschauer nicht bereit wieder auf das Spielfeld zu kommen. Der europäische Basketball-Verband wertete daraufhin das Spiel zugunsten der türkischen Mannschaft. Spätestens, wenn man bedenkt, was ein einzelnes fliegendes Feuerzeug im Fußball schon für Folgen hatte, fehlt für diese Entscheidung jeder Ansatz von Verständnis. Einmal mehr hatte antiisraelische Gewalt im Sport nur Folgen für die Opfer, die als (sportliche) Übeltäter da standen, weil sie „nicht angetreten“ waren.

Damit hatten wir den ersten Fall von antiisraelischem Sport-Jihad, der in einem (immer noch) nicht als islamistisch geprägten Land statt fand. Anders als in den vorigen Beispielen, war dieser Fall nicht von der Regierung oder von Sportverbänden inspiriert; die Polizei ging gegen die Randalierer vor. Anders bei den gerade aktuellen Fällen. Die sind von offiziellen Stellen und von Verbänden betrieben bzw. durch sie „gelöst“:

Da hätten wir zuerst den Fall des verweigerten Visums für die israelische Tennisspielerin Pe’er Shahar, der schon zur Genüge von anderen beschrieben wurde. (Der mediale Sturm im Wasserglas dazu hat dem israelischen Tennisspieler Andy Ram jetzt ein Visum beschert [5:28pm].)

Auch die israelische Daviscup-Mannschaft wird vom 6. bis 8. März in Malmö spielen dürfen – vor 4.000 leeren Zuschauer-Sitzen. Sicherheitsgründe haben dazu geführt, dass der Stadtrat kein Publikum zu den Spielen zulässt. Die Polizei war zwar der Meinung, dass keine Zuschauer außen vor bleiben müssten, aber der Sport- und Erholungsausschuss sieht das Risiko als zu hoch an und schloss Publikum mit den linken Stimmen (5 zu 4) aus; ganz abgesagt wurde das Match wohl nur deshalb nicht, weil das „nicht mehr möglich“ war, wie der für einen Ausfall plädierende stellvertretende Ausschussvorsitzende sagte. Der (nicht linke) Stadtverordnete John Roslund schäumt: „Ich finde, wir sollten den antidemokratischen Kräften nicht erlauben zu entscheiden, wie wir Sportveranstaltungen abhalten.“ Aber die Multikulti-Süchtigen der Politik Malmös treffen lieber Entscheidungen, mit denen Israel als Ursache hingestellt werden kann (seht her, wir müssen das tun, weil die Israelis solche Kriegsverbrecher sind und damit bei uns Krawalle provozieren), als antiisraelische Demonstrationsteilnehmer möglicherweise davon abzuhalten Gewalt zu verüben. Es ist auch bezeichnend, dass ein sportliches Ereignis einmal mehr für ein Hassfest genutzt werden soll. Wer diese Demonstrationen veranstaltet (warum wurden die für diesen Zeitpunkt überhaupt genehmigt?), wird natürlich nicht öffentlich gesagt. Da aber weder eine ethnisch schwedische Gruppe genannt wird und weder der (ethnische) Durchschnittschwede noch westliche Ausländer im Land dazu neigen ihre Demonstrationen mit Gewalt zu verbinden, darf sich jeder seine eigene Gedanken machen, wer da für die Sorge um die Sicherheit gesorgt hat.

(Einschub: Sollte jetzt jemand auf die anti-Ahmadinedschad-Aktionen während bzw. vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verweisen, dann ist das etwas völlig anderes. Die Proteste richteten sich nicht gegen die Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft an der WM. Auch wurde deren Auftritt nicht mit Großdemonstrationen dazu genutzt, Stimmung gegen den Iran zu machen. Einzig das Erscheinen des Teheran-Adolf war nicht gewünscht.)

Deutlicher als in Malmö wird in Trelleborg gesagt, was los ist. Dort sollte eigentlich eine israelische Taekwando-Delegation aus 45 Sportlern und 5 Trainern zu den schwedischen Meisterschaften kommen. „Die Reise wurde wegen Drohungen einer muslimischen Organisation abgesagt“, heißt es ganz offiziell. Ein schwedischer Verbandsvertreter berichtet: „Zehntausend Mitglieder einer muslimischen Organisation drohen, die Rechnung wegen des Krieges in Gaza zu begleichen.“ Und anscheinend ist der schwedische Staat nicht bereit bei einer so wenig bedeutenden Sportart genügend Polizei zur Verfügung zu stellen, dass die Veranstaltung geschützt ist.

Weiter dürfte interessant werden, was bei der Junioren-Europameisterschaft im Mai geschehen wird, die in derselben Halle stattfinden werden – der israelische Taekwando-Bund hofft, dass seine jungen Sportler dort teilnehmen können, selbst wenn es zusätzliche Drohungen geben sollte.

Wie bei jedem Herrenmenschentum findet sich auch beim muslimischen, dass es sich nur anfangs alleine gegen die Juden richtet, sondern sich gegen andere missliebige Gruppen ausdehnt und sich letztlich auch anders Denkende aus der eigenen Umgebung aus dem Weg räumt. Der Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation, Mohammad bin Hammam aus Qatar, ist der Meinung, er sei bereit dem südkoreanischen Fußball-Chef Cho „den Kopf abzuschlagen“. Das ist also der Umgang mit anderen, die einem nicht den Dhimmi-Respekt entgegen bringen. Offiziell behauptet der Qatari, das sei eine „harmlose und weithin genutzte arabische Metapher“ gewesen, die nur zum Ausdruck bringen solle, dass man jemand anderem Hindernisse in den Weg lege. Ah ja. Und was ist mit den anderen Arabern, die er ebenfalls beschimpft? Auch gegen den Bahraini Salman bin Ebrahim Al Khalifa reitet der seit 14 Jahren amtierende, inzwischen sehr umstrittene Präsident Attacken und behauptet Verschwörung gegen sich, die er bekämpfen muss. Die üblichen hochnäsigen Empfindlichkeiten also, mit den üblichen Reaktionen und den dann üblichen Verharmlosungen.

Wenn nochmal jemand behauptet, der Sport sei unpolitisch, dem sollte vielleicht doch eine Tüte Hirn implantiert werden. Insbesondere, wenn es um die Jihadisten geht, die zunehmend den Missbrauch von Sportveranstaltungen, Sportverbänden und Sportpolitik für ihre Zwecke betreiben. Anders und heftiger als es früher die kommunistischen Regime machten. Und bedrohlicher für den Westen, weil der wieder den Kopf in den Sand steckt.

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One comment

  1. Zweiter Absatz: Pech und Schwefel

    Eigentlich müsste es ja heißen: Paech und Schwefel 😉



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