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Palästina-Effekt

Freitag, 8. August 2014

Bret Stephens, außenpolitischer Kommentator des Wall Street Journal schreibt, Kennzeichen des „Palästina-Effekts“ sei „der

abrupte und oft totale Kollaps logischer Gedankenführung, skeptischer Intelligenz und einfacher moralischer Urteile, wann immer das Thema palästinensischen Leidens aufscheint.“

Er erklärt das Phänomen an Beispielen, so:

Der wahre Nutzen des Leichenzählens besteht darin, dass das den sie zitierenden Reportern und Kommentatoren die Chance gibt implizit Israel dafür verantwortlich zu machen, während Fragen wie der zur letztendlichen Verantwortlichkeit für die Toten ausgewichen wird. Fragen wie Warum versteckt die Hamas Raketen in von der UNO betriebenen Schulen, wie die UNO selbst zugegeben hat? Was bedeutet es, wenn die Hamas das zentrale Krankenhaus von Gaza in „ein de facto-Hauptquartier“ verwandelt hat, wie die Washington Post berichtete? Und warum lehnt die Hamas weiter Waffenruhen ab oder bricht sie, denen Israel zustimmte?

Ein vernünftiger Mensch würde daraus zu dem Schluss kommen, dass die Hamas, die den Krieg begann, ihn weiterführen will und dass sie sich auf Israels moralische Skrupel verlässt zivile Orte nicht zu zerstören, die zynisch für militärische Zwecke genutzt werden. Doch da gibt es dann den Palästina-Effekt. Nach dieser Argumentation initiierte die Hamas die Kämpfe nur, weil Israel es nicht nur ablehnte die Gründung einer palästinensischen Koalition zu unterstützen, der die Hamas angehört, sondern auch, weil Israel es weiterhin Hilfe bei der Bezahlung der Gehälter der öffentlichen Bediensteten der Hamas im Gazastreifen ablehnt.

Matthias Küntzel drückt das Ganze so aus:

Überall auf der Welt mühen sich Politiker und Aktivisten, die ihnen von der Hamas zugedachte Aufgabe zu erfüllen. Zwar sagt keiner, was Israel gegen einen Feind hätte anders machen können, der das humanitäre Völkerrecht abschafft, um das zu befreiende Volk auf die Schlachtbank zu führen. Man ist sich lediglich darin einig, dass die einzig funktionierende Demokratie der Region auch diesmal an den Pranger gehört.

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