Archive for the ‘A’ Category

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Antisemitismus-Leugnung

Dienstag, 17. Juni 2014

Eine Idee von Steven Plaut, der sich über den Begriff „Nakba-Leugnung“ ärgert:

Dieser Begriff muss auf all die verweisen, die darauf bestehen, dass Mitglieder der BDS-Bewegung (Boykott, De-Investition, Sanktionen) und ähnliche antiisraelische Initiativen und Bewegungen von irgendetwas anderem als schmutzigen Antisemitismus motiviert sind. Das ist der korrekte Begriff, der auf alle anzuwenden ist, die proklamieren, sie hassen und sind gegen Israel, aber nicht gegen Juden an sich. Und schließlich ist es auch der Begriff, der notwendig ist, um alle zu beschreiben, die mit dem Begriff „Nakba-Leugnung“ um sich werfen.

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Abendlandophobie

Samstag, 11. Februar 2012

Gideon Böss hat diesen Begriff in seinem Blog bei der WELT geprägt. Anlass dafür waren Medienergüsse über das Verhältnis des Westens zum Islam, mit dem die Untaten und das unmäßige, menschenfeindliche Verhalten „des“ Letzteren auf eine Stufe mit dem Westen heruntergedampft wird. Denn (am Beispiel des Tagesspiegel):

Das Hauptproblem ist, dass die Verfasser solcher Beiträge zumeist mit dem Ziel antreten, die angebliche Überheblichkeit des Westens zu demaskieren. So auch der Tagesspiegel-Mann. Der Preis dafür ist hoch, denn um auf Augenhöhe zwischen den Zuständen im Abend- und im Morgenland zu kommen, müssen zum Beispiel die Moslembrüder zu einer normalen Partei geschrumpft und die CDU zu einer religiösen Gefahr aufgeblasen werden, nur damit dann endlich behauptet werden kann, dass es doch überall religiöse Parteien gibt.

Und danach muss der Westen zum aktiven Part erklärt werden. Zwar haben muslimische Terroristen am 11.September 2001 einen Krieg gegen den „Western Way of Life“ begonnen (bzw. schon lange davor, doch bis dahin konnte man es noch erfolgreich ignorieren), aber das beeindruckt den Autoren nicht. Für ihn ist es trotzdem der Westen, der ein Feindbild gesucht hat und im Islam fündig wurde. Das Verbrennen amerikanischer Fahnen, das Stürmen westlicher Botschaften und das Hasspredigen gegen die Verdorbenheit der Ungläubigen, das alles findet zwar im Morgenland der Gegenwart statt und sieht auch irgendwie viel mehr nach Feindbild-Pflege aus, lässt ihn aber trotzdem kalt. Ebenso, dass es alleine auf dem deutschen Literaturmarkt eine unüberschaubare Anzahl an „Faszination Islam“-Belletristik gibt, während sich in saudi-arabischen Buchhandlungen wohl eher selten Werke der Kategorie „Warum ich Christin wurde“ oder „One-Night-Stand und Minirock – Mein Leben nach der Burka“ finden lassen.

Sehr wichtig bei solchen „der Westen ist das eigentliche Übel“-Beiträgen ist es auch, Verhaltensweisen zu hysterisieren, die im Abendland auszumachen sind, während gleichzeitig mit einem Schulterzucken über grausamste Realitäten in muslimischen Ländern/Milieus hinweggesehen wird. Ein Beispiel aus dem Text:

Erst die Hysterie: Der Autor ereifert sich darüber, dass in Islam-Diskussionen in Internetforen doch tatsächlich Koran-Suren zitiert werden. Natürlich macht so etwas nur ein „faschistischer Hetzer“ und es ist völlig klar, woran das erinnert: „Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS […]“. Was bitte daran so verwerflich ist, sich mit einer Religion anhand ihrer religiösen Texte zu beschäftigen, wird nicht verraten.

Und nun das Schulterzucken: Während Internet-User also auf gut Glück zu Faschisten erklärt werden, fällt dem Autoren zu Zwangsverheiratungen nur ein, dass es im Westen „Herz & Schmerz-Geschichten von vergleichbarer Qualität heute nicht mehr gibt.“ Wer einen solchen Menschenhandel zu Herzschmerz verniedlicht, der kann auch in einem Serienvergewaltiger einen hoffnungslosen Romantiker erkennen. Ist ja alles irgendwie gleich.

Die meisten „Westen vs. Islam“-Artikel wollen auch den einen entscheidenden Unterschied nicht erkennen. In islamischen Ländern wie dem Iran, Saudi-Arabien oder Pakistan ist der Islam Staatsreligion und die Scharia (dieser Knigge für Foltermeister) der Leitfaden dafür, wie die Menschen zu leben haben. Da gibt es keinen Pluralismus und Abweichungen werden hart bestraft. Der Westen funktioniert völlig anders, er garantiert die Freiheit im Denken und Handeln und was der Einzelne dann daraus macht, ist seine Sache. Dieses Konzept ist so beliebt, dass Jahr für Jahre Millionen Menschen in die westlichen Staaten einwandern. Vor allem Dingen übrigens Moslems. Umgekehrt ist nicht bekannt, dass es Massen an auswanderungswilligen Finnen, Belgiern oder Australiern in Richtung Jemen gibt.

…Publizisten, die diesen Unterschied nicht sehen wollen, sind abendlandophob.

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Antisemitismus

Sonntag, 15. August 2010

[Der Antisemitismus] ist keine Doktrin, die man kritisieren kann, sondern eine Haltung, deren soziale Wurzeln so geartet sind, dass sie nach keiner Begründung suchen muss. Man kann ihm keine Argumente entgegensetzen, denn er ist unweigerlich mit solchen Reaktionsarten verbunden, denen jede Argumentation, also eine Denkform, fremd und verhasst ist. Er ist Antikultur und Antimenschlichkeit, Antitheorie und Antiwissenschaft. Davon hat sich jeder überzeugt, der Gelegenheit hatte, mit einem Antisemiten eine jener hoffnungslosen Diskussionen zu führen, die immer dem Versuch ähneln, einem Tier das Sprechen beizubringen.

(Leszek Kolakowski: Die Antisemiten. Fünf Thesen, die nicht neu sind, und eine Warnung, kopiert aus Lizas Logbuch)

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Antiimperialisten

Dienstag, 29. Juni 2010

… definieren sich vordergründig als diejenigen, die als einzige tatsächlich gegen Imperialisten sind. Dabei sind sie überideologisierte Linksradikale, die über Leichen gehen. Alles, was von ihnen an Mitgefühl und Menschlichkeit, sozialer Gerechtigkeit und Friedfertigkeit geäußert wird, ist nur Fassade, denn sie sind außerhalb ihrer ideologisch versponnenen Denke eiskalt und berechnend. Annetta Kahane hat sie in der Berliner Zeitung extrem präzise beschrieben:

Für Ideologie ist es praktisch, nicht genau hinzusehen. Doch es geht um Empathie für Menschen und deren universelle Rechte. Ihre Einhaltung muss man prüfen. Messen mit zweierlei Maß ist kalt und rassistisch.

Zu den Vorteilen mancher Ideologien gehört es, dass sie einem das genaue Hinschauen ersparen. In diesem Sinne gibt es praktische und unpraktische Weltsichten. Unpraktisch sind solche, in denen Empathie für Menschen und deren Rechte universell sind: Sie verlangen zu prüfen, ob Frauen, Kinder oder Minderheiten vor Unterwerfung, Rassismus, Missbrauch, Ausbeutung oder Mord wirklich geschützt sind. Praktischer ist die Weltsicht des Antiimperialismus, wobei das Imperium immer USA heißt – und Israel natürlich. Zwar agieren auch Russland oder China imperial; Russland aber, so sagt der Antiimperialist, handele interessenorientiert, wie in Georgien, Tschetschenien oder Mittelasien. Im Kampf gegen den wahren Feind „US-Imperialismus“ darf und soll man sich mit allen verbünden, ganz gleich wie reaktionär oder menschenverachtend diese Bündnispartner auch sein mögen. So erdachte es Lenin; so wird es heute durchgezogen. Antiimperialismus ist sehr populär geworden, weit über seinen linken Ursprung hinaus.

Kalt und rassistisch

Den Antiimperialisten interessiert nur seine eigene Idee, seine Projektion auf die Welt. Die Menschen, deren Rechte er oder sie zu verteidigen vorgibt, sind bestenfalls moralische Munition gegen den Feind. Verstoßen die Verbündeten dieses Antiimperialismus gegen jedes emanzipatorische Prinzip des Antiimperialisten selbst, wird das ausgeblendet. Wie gehen die Verbündeten mit „ihren eigenen Leuten“ – Schwarzen, Asiaten, Türken – um? Respektieren die Partner „ihre“ Minderheiten? Werden Frauen wie Menschen behandelt, Kinder vor Misshandlung geschützt? Kein Thema. Dieses Messen mit zweierlei Maß ist kalt und rassistisch.

„Frauendeck“?

Bringen die Antiimperialisten in ihrem Engagement für Gaza den Menschen dort wirklich und echt Interesse entgegen? Ich bezweifle das. Wie ist es sonst möglich, dass sich die Linken-Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger auf einem Schiff der Gaza-Flottille von ihren männlichen Freunden abends auf dem „Frauendeck“ einschließen ließen? Diese Frauen, die in Deutschland jedes Substantiv feminisieren, reisten im Namen des Antiimperialismus mit Leuten türkisch-islamistischer Organisationen – Frauenfeinden, Schwulenkillern, Antisemiten. Haben sich Linke von Dschihadisten aus Naivität instrumentalisieren lassen? Nein. Die Gleichgültigkeit der deutschen Flottilleros lässt eher vermuten, dass sie ihrerseits die islamistischen Menschenrechtsverletzer benutzt haben: gegen den Imperialismus, wie sie ihn verstehen, gegen Israel und natürlich gegen die Juden, die ihre Geschichtslektion nicht gelernt haben.

Nein, danke.

Sie sortieren Menschen in solche, denen Rechte zugesprochen werden, weil es ideologisch passt und solche, die man übergehen darf. Ich streite mich lieber leidenschaftlich mit Volid, einem Vertreter der Palästinenser in Berlin oder mit Conchita von einer Initiative gegen Rassismus über den Nahostkonflikt als mich der Kälte deutscher Antiimperialisten auszusetzen. Diese weisen uns Angehörigen einer Minderheit in Deutschland einen Platz weiter oben beziehungsweise unten auf der Prioritätenliste der Menschenrechte zu – wie einst ihre Großeltern, als die sich noch Herrenmenschen nannten. Am liebsten haben sie es, wenn sich Türken oder Araber mit Juden vor ihnen, den Deutschen, auch Antiimperialisten genannt, fetzen. Und die machen dann den Schiedsrichter – na vielen Dank!

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achmadinedschadisieren

Donnerstag, 30. April 2009

= Israel von der Landkarte wischen.

Der Begriff taucht erstmals beim Blogger Aussie Dave auf, der einen Bericht darüber aufgreift, dass die britische Fluggesellschaft BMI Israel aus der elektronischen Landkarte in ihren Flugzeugen entfernte. Er entstammt einer berüchtigten Äußerung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahamdinedschad, der gefordert hatte Israel müsse von den Landkarten gewischt werden.

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Asyl für alternde Nationalbolschewiken

Samstag, 18. April 2009

Die „junge Welt“, Das frühere Zentralorgan der FDJ. Der Begriff stammt mal wieder von Henryk M. Broder.

In dem Blatt wird alles wiedergekaut, was die stalinistische DDR gut fand. Somit wir auch gegen alles und jeden geschossen, der sich gegen Piraterie wehrt (der aktuelle Anlass Broders, den Titel mal wieder zu gebrauchen). Und da sich in der Autorenschaft alles sammelt, was sonst nirgendwo mehr als nicht ganz extrem links gelten kann und auch bei „Neues Deutschland“ oder der Westversion (Kinderstürmer) nicht mehr unterkommt, aber vom Arbeiter- und Bauernparadies auf deutschem Boden übrig geblieben ist, finden sich dort nicht mehr das junge Volk, das sich früher angeblich schreibend hervortat. Und wenn man genau hinsieht, dass erkennt man, dass die weiterhin die alten Parolen grölen, mit denen sie die „Friedensbewegung“ des Westens wenn nicht gründeten, dann unterwanderten. Eigentlich müssten sich die Friedenshetzer allesamt mit den Trollen der jW solidarisch erklären – aber das tun sie vermutlich, sonst wäre das Hetzblättchen nicht weiter am Markt.

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Ausrottungs-Wissenschaftler

Donnerstag, 5. März 2009

Solche Leute, wie Melanie Phillips sie hier beschreibt: Wissenschaftler, die vorgeblich aus Sorge um die Palästinenser von Israel selbstmörderisches Handeln verlangen, dabei jegliches Handeln Israels als Völkermord-Versuch, Staatsterror, Imperialismus, überzogene Härte und Gewalt usw. brandmarken. Dabei unterlassen sie jeden Hinweis auf das humanitäre Handeln Israels, auf die überzogenen Anstrengungen die feindliche Zivilbevölkerung zu schützen und stellen das auch in Abrede.

Was solche Leute wirklich wollen, ist dies: Israel soll sich gefälligst nicht verteidigen – also sollte es vernichtet werden.

Sogar die TIMES hat eingesehen, dass die wahre Agenda dieser Wissenschaftler nicht die Sorge um die Palästinenser ist, sondern die Feindseligkeit gegenüber der Existenz Israels.