Posts Tagged ‘Nahost’

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Fallschirm-Journalismus

Sonntag, 13. Januar 2008

Der Begriff kommt aus dem Englischen (parachute-journalism) und wäre vielleicht mit „Fallschirmsprung-Journalismus“ besser beschrieben – aber auch komplizierter und missverständlicher.

Joris Loyendijk definierte Fallschirm-Journalismus im Interview mit der taz so: Man macht eine Punktlandung, wie mit einem Fallschirm. Und wenn man ankommt, braucht man vor Ort einen Dolmetscher und einen „Fixer“, der einem die Termine „fixt“ – das ist jemand, der einem in Gaza-Stadt eine Witwe organisiert, die bei einem israelischen Angriff ihren Mann verloren hat.

Für einen solchen Journalismus ist Kenntnis der Sachlage nicht nötig, weil man ja nur vermittelt wird, was einem vor Ort angeboten wird. Mit objektiver Berichterstattung hat das wohl nichts mehr zu tun, weil keine eigene Recherche und Einarbeitung in die Thematik mehr nötig ist und der Journalist/die Journalistin nur Vorgefertigtes übernimmt (wobei Deutsche gerne von „Fallschirmjournalismus à la CNN reden, als gäbe es das bei uns nicht).

Im Englischen ist parachute journalism inzwischen ein stehender Begriff, der in Wikipedia angeführt wird: Fallschirm-Journalismus bezieht sich auf die Praxis Berichte von Journalisten erstellen zu lassen, die im Kontext oder der Kultur der Story unerfahren sind, was oft ungenaue oder verdrehte Berichte zur Folge hat. Statt Auslandskorrespondenten zu beschäftigen, die vor Ort leben, senden Nachrichten-Organisationen mit reduzierten Budgets für allgemeine Themen vorgesehene Reporter (metaphorisch: mit dem Fallschirm abgeworfen) in unbekannte (Fach-)Gebiete.

Mit anderen Worten: Außer einer inkompetent vorgeprägten Meinung haben diese Journalisten nichts, mit dem sie das Publikum informieren können. Sie sind darauf angewiesen zu übernehmen, was ihnen zugeschanzt wird. Gegenpositionen? Abwägen von Fakten? Ist nicht.

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Oslo-Krieg

Freitag, 23. November 2007

Zuerst beim israelischen (jetzt) Internet-Sender und Nachrichtenportal Arutz-7 benutzte Beschreibung des „Zweiten Intifada“.

Da dieser Terror-Krieg kein spontaner Volksaufstand war, sondern vom ersten Moment an inszeniert und gesteuert, ist der Begriff der „Intifada“ nicht haltbar. Da andererseits der Oslo-„Friedensprozess“ die Grundlagen dafür legte, dass Arafat und seine Kumpane diesen Terrorkrieg gegen Israel anzetteln konnten, sollte er auch als Namensgeber dafür herhalten.

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Friedenshetzer

Freitag, 23. November 2007

Echt? Kriegshetzer, ja. Aber Friedens- HETZER? Frieden ist doch etwas Positives. Was soll das mit Hetze zu tun haben? Wer für Frieden ist, ist doch für Gewaltlosigkeit. Oder etwa nicht?

Nun, das ist nur leicht eingeschränkt richtig. Die Friedensbewegung und andere vermeintliche Friedensfreunde sind so versessen darauf, dass kein heißer Krieg statt findet, dass ihnen alles egal ist, was irgendwo mit Waffengebrauch unternommen wird. Es ist besser, wenn Iraker von Saddams Schergen gefoltert und ermordet werden, als dass der Irak von dem Regime befreit wird. Es ist besser, dass der Iran die Atombombe bekommt und die Welt damit erpresst, als dass jemand die Anlagen platt bombt (im Gegenteil, der Iran hat nach Maßgabe der Friedenshetzer ein Recht auf Atomwaffen – schließlich haben „andere“ [sprich: Israel] auch welche!). Es ist besser, dass in Zimbabwe alle Weißen im Gefängnis krepieren, als dass Mugabe durch eine Invasion das Handwerk gelegt wird. Und vor allem ist es besser, dass Jihadisten morden, als dass das Militär sie bekämpft. Und ein Afghanistan unter den Taliban ist einem mit die Taliban bekämpfenden NATO-Truppen immer vorzuziehen. Gewaltanwendung gegen Feinde der Demokratie ist immer falsch.

Umgekehrt ist Gewalt gegen Demokratien nicht falsch. Die Friedenshetzer haben immer wieder Entschuldigungen für alle, die Massenmord ohne Uniform und Abzeichen begehen und dabei massenhaft Zivilisten ermorden. Das sind dann Freiheitskämpfer, Militante, Aktivisten, manchmal sogar Terroristen – aber immer Leute, mit denen man reden muss und denen man die Gründe für ihre Taten nehmen muss, indem man ihre Klagen versteht und Forderungen erfüllt.

Jegliche Gewaltanwendung ist vor allem dann gerechtfertigt, wenn sie sich gegen die USA und Israel richtet. Da ist alles erlaubt. Das ist jetzt Spekulation, aber mich würde es nicht wundern, sollten die Friedenshetzer einverstanden sein, wenn Europa mit Militär gegen Israel vorginge oder französische (oder deutsche oder britische oder italienische oder…) Flugzeuge (oder U-Boote oder Kanonen oder…) einen US-Flugzeugträger versenken.

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BMO – Black Moving Objects

Freitag, 23. November 2007

Übersetzt: Schwarze, sich bewegende Objekte.

Nach Angabe von David Harnasch „libanesisch-englische, in Beirut übliche Bezeichnung für vollverschleierte Damen“ – also das englische Pendant zu Ralf Giordanos Pinguinen.

Der Begriff dürfte von den schwarzen Vollverkleidungen der vor allem schiitischen Damenwelt stammen.